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Dieser Blog soll interessierte Landwirte, Siebener und Kommunalpolitiker über die rechtlichen Möglichkeiten und Unmöglichkeiten der Siebener aufklären. Kritik, Wünsche und Anregungen per Email an MuellerR11@aol.com. Tel. 09841/64946 Achtung, ab sofort auch politischer Blog: www.windsa.net

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Siebener-Leserbriefe in der Mainpost

Walter Götz, Siebenerobmann in Michelfeld und Rainer Schiffmeyer, Siebener in Iphofen
haben sich per Leserbrief kritisch mit unseren (Müller, Weiß, Ernst) Leserbriefen auseinander gesetzt. Sie betonen im wesentlichen, dass Siebener gebietsweise auch vom Vermessungsamt geschult werden, dass man sehr viele Grenzsteine sachgerecht und kostengünstig gesetzt habe und dass auch Siebener Menschen sind, die halt auch nicht unfehlbar sind. Es wird auch betont, dass die Bezahlung der Siebener eben nicht fürstlich ist, sondern durchaus angemessen. In Iphofen sei noch nie etwas fürs überackern verlangt worden, jene Landwirte, die ihre Grenzzeichen sichtbar machen, hätten noch nie etwas bezahlt.
Meine, bzw. unsere Bemerkungen dazu:
Wir haben noch nie verlangt, dass die Siebenerei generell abgeschafft werden sollte, wer anderes behauptet, sagt böswillig die Unwahrheit. Wir verlangen lediglich eine Vereinfachung und Modernisierung der Flurgänge und die Einhaltung des Bayerischen Abmarkungsgesetzes auch durch die Siebener. Die Gemeinden können durchaus jederzeit Flurgänge anordnen, nur müssen sie dann eben auch die kompletten Kosten auch für das aufdecken der Steine übernehmen.
Wir Landwirte decken im Herbst zum säen und ackern unsere Steine auf, wenn die Siebener dann im Frühjahr die Steine nochmals begutachten wollen, ist das ihre Sache, bzw. der Gemeinden. Wer anschafft, bzw. anordnet, hat auch zu bezahlen.
Zustimmung und Ablehnung zu Flurgängen hängen sicherlich auch von Betriebsstruktur und Schlaggrößen ab. Ein Landwirt, der große Schläge mit 10 ha oder mehr und nur wenigen Steinen hat, wird kaum Probleme haben, seine Steine nach Bedarf aufzudecken.
Anders sieht es aber in klein strukturierten Gebieten aus, wo dann manche Landwirte tagelang nur mit Steine aufdecken beschäftigt sind. Solange dies die Altsitzer noch machen, werden die Flurgänge teilweise noch akzeptiert. In einigen Jahren erledigt sich das Thema sowieso von selbst, weil einfach keine Zeit mehr da ist, für diese überflüssige Tätigkeit.
Wir betrachten die Siebenerei als eine ganz normale sinnvolle Tätigkeit, die aber nicht auf Kosten der aktiven Landwirte ausgeübt werden sollte. Was wir auch kritisieren, ist dieser Siebenerkult, der fast ständig betrieben wird. Siebener werden eben nicht automatisch durch die Vereidigung zu Ehrenmännern, Friedensstiftern und Vermessungsexperten. Geradezu lächerlich ist die Behauptung, Siebener würden generell für Frieden auf den Dörfern sorgen, sehr oft ist genau das Gegenteil der Fall.
Zur angeblichen Sachkunde der Siebener: Ich behaupte, dass jedermann in der Lage ist, Steine zu setzen und Karten zu lesen.
In seinem Schlusssatz deutet Herr Götz an, dass wir uns wie Kinder verhalten würden, die beim Spiel nicht mitmachen dürfen. Die Wirklichkeit spricht eine andere Sprache, es gibt immer mehr Fälle, wo es Landwirte ablehnen, das Amt eines Feldgeschworenen anzunehmen.
Ein Wort an Herrn Götz, in eigener Sache: Ich selber war 25 Jahre Siebener und habe also lange genug "mitgespielt". Ich habe dies nie besonders gerne gemacht und bin nach einer öffentlichen Beleidigung durch den Siebenerobmann zurückgetreten. Bei Bedarf kann ich auch gerne mal aus dem Nähkästchen plaudern.
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