Dieser Blog soll interessierte Landwirte, Siebener und Kommunalpolitiker über die rechtlichen Möglichkeiten und Unmöglichkeiten der Siebener aufklären. Kritik, Wünsche und Anregungen per Email an MuellerR11@aol.com. Tel. 09841/64946 Achtung, ab sofort auch politischer Blog: www.windsa.net
Leserbrief zum Artikel „Tradition soll erhalten bleiben“, vom 7.3.2009.
Sachkundenachweis für Feldgeschworene?
Es ist schon erstaunlich, wie einige Bürgermeister in die Trickkiste greifen, um das leidige Grenzsteinlüften uns Bauern weiterhin aufzwingen. In anderen Gegenden Bayerns werden Flurgänge als fränkische Unsitte bezeichnet.
Prichsenstadts Bürgermeister Falkenstein stellt in seiner Flur Windwestmanieren fest, wir fragen uns, was seine Siebener bei den Flurgängen bisher getan haben. Iphofens Bürgermeister Mend hat es bisher noch nicht einmal in seiner eigenen Gemeinde geschafft, einheitliche Regelungen durchzusetzen. Während man in manchen Ortsteilen nichts tut, geht man in anderen Ortsteilen gnadenlos vor. Herr Mend sollte sich als Vizepräsident des Bayerischen Gemeindetages für bayernweit einheitliche Regelungen einsetzen. Es kann nicht sein, dass jede Gemeinde und jeder Siebenerobmann eigene Süppchen kochen, das Abmarkungsgesetz gilt für alle Bürger Bayerns.
Es sollte dringendst auch ein Sachkundenachweis für Feldgeschworene eingeführt werden. Allein durch Erbfolge, interne Wahl und Vereidigung auf ein lebenslanges Siebeneramt ist noch niemand zum Experten geworden.
Dem Landratsamt Kitzingen wurde bereits im Jahr 2006 vom Bayerischen Staatsministerium der Finanzen mitgeteilt, dass die Flurgänge der Feldgeschworenen in der bisher praktizierten Form nicht rechtskonform sind. Dies wurde vom Landratsamt Kitzingen allen Gemeinden mitgeteilt. Es ist nicht bekannt, dass Gemeinden hieraus Schlussfolgerungen gezogen hätten, es ist nach unserer Meinung durchaus möglich, dass damit Amtspflichtverletzungen begangen wurden. Es ist auch zu hinterfragen, warum das Landratsamt Kitzingen als Aufsichtsbehörde nicht mit dem nötigen Nachdruck bei den Gemeinden Änderungen eingefordert hat.
Das Landratsamt Kitzingen will jetzt offenbar Vorschriften für das Verhalten der Gemeinden zusammenbasteln, betroffene Landwirte könnten nach Meinung des Landratsamtes ja dann per Klage die notwendigen Korrekturen bewirken. Bürgernähe sieht nach unserer Meinung anders aus!
Nochmals zur Klarstellung: Niemand will die Siebener abschaffen, das setzen von Grenzsteinen soll weiterhin ein Privileg der Siebener bleiben, zur Traditionspflege halten wir jedoch Veranstaltungen im Kirchenburgmuseum Mönchsondheim und im Fränkischen Freilandmuseum Bad Windsheim für weitaus sinnvoller und wirkungsvoller. Hierzu sind auch bereits erste Ansätze bei der Feldgeschworenen-vereinigung Bad Windsheim und Umgebung vorhanden.
Eine Lösung der Probleme könnte darin bestehen, dass die Siebener alle wichtigen Grenzsteine auf Kosten der jeweiligen Gemeinde aufdecken. Um keine Kostensteigerungen zu bewirken, könnte man vom bisher dreijährigen Turnus auf einen sechs- bis zehnjährigen Turnus übergehen, es würden dann auch keine Verwaltungskosten für das ausstellen von Rechnungen entstehen. Grünwege und Bankette könnten mit geringem Aufwand jährlich kontrolliert werden.
Werner Ernst, Mainbernheim
Friedrich Weiß, Rudolzhofen/Uffenheim
Richard Müller, Berolzheim/Bad Windsheim