Dieser Blog soll interessierte Landwirte, Siebener und Kommunalpolitiker über die rechtlichen Möglichkeiten und Unmöglichkeiten der Siebener aufklären. Kritik, Wünsche und Anregungen per Email an MuellerR11@aol.com. Tel. 09841/64946 Achtung, ab sofort auch politischer Blog: www.windsa.net
An Herrn
Richard Henninger
Birnbaum 31
Gerhardshofen
Artikel vom 15.08.2011 in der FLZ, „ Über sieben ehrbare Männer“.
Sehr geehrter Herr Henninger,
mit Verwunderung stellen wir fest, dass Sie es einfach nicht lassen können, diesen Siebenerkult weiterhin zu betreiben. Als ehemaliger Mitarbeiter der BASF versuchten Sie, uns Landwirten jedes Jahr die neuesten und modernsten Chemie- Produkte zu verkaufen. Jetzt, nachdem Sie bei der BASF ausgeschieden sind, versuchen Sie, uns Landwirten weiterhin dieses mittelalterliche Getue und diese fränkische Unsitte der kostenpflichtigen Flurgänge aufzuzwingen. Wir halten es für eine Frechheit, Siebener generell als ehrbar zu bezeichnen.
Wir weisen darauf hin, dass alle Befragungen von Landwirten, ob sie diese kostenpflichtigen Flurgänge noch haben möchten, in einem Abstimmungsfiasko für die Siebener endeten. Alle Gerichtsverhandlungen endeten mit einer Pleite für die Siebener, die Bürgermeister und die Gemeinden. Es ist also eindeutig festzustellen, dass aktive und normal sterbliche Landwirte die Siebenerei, - zumindest diese kostenpflichtigen Flurgänge -, für überflüssig halten.
Zu Ihren dauernden Behauptungen, die Siebener seien generell Ehrenmänner und auf deren Tätigkeit könne nicht verzichtet werden, hier nachfolgend einige Bemerkungen, Tatsachen und Beispiele. Ein sehr markantes Beispiel sind die Vorgänge in der Siebenerei Oberndorf/Ipsheim. Hier wurde ein Siebenerkollege öffentlich von seinen Ehrenmännerkollegen des Diebstahles eines Siebenerbuches beschuldigt und aus der Siebenerei ausgeschlossen. Der Betroffene ließ sich das nicht gefallen und zog vor das VG Ansbach. Dort wurde der klagende Siebener voll rehabilitiert, die anderen Oberndorfer Siebener traten daraufhin zurück. Bis hierher könnte man das Ganze unter Umständen noch als einen Irrtum abtun, was jedoch dann noch folgte, gibt die Siebenerei der Lächerlichkeit preis. Die Siebenervereinigung Bad Windsheim und Umgebung ernannte diese mobbenden und vor dem VG unterlegenen Siebener doch tatsächlich zu Ehrensiebenern!!
Sehr geehrter Herr Henninger, wir sagen Ihnen hier klipp und klar, wenn Ehrenmänner und Ehre so aussehen, dann können Sie mitsamt Ihren Siebenern komplett einpacken.
Es gibt sehr viele weitere Beispiele über schikanöses Verhalten von Siebenern anderen Landwirten gegenüber. Der Herr Landrat pflegt dann in solchen Fällen zu argumentieren, „wo es Menschen gibt, da menschelts halt“, und „wer ohne Schuld ist, werfe den ersten Stein“. Leider ist es meistens so, dass diese Nachsicht immer nur gegenüber den Siebenern gefordert wird. Wenn es um das abkassieren von oft kleinsten Beträgen bei Landwirten geht, ist nichts von dieser Nachsicht zu spüren, hier wird gnadenlose Härte walten lassen. Hier sind auch eingeleitete Zwangsvollstreckungsmaßnahmen gegen Friedrich Weiß, Rudolzhofen und Peter Beigel, Ippesheim zu nennen. Beide Verfahren endeten kläglichst für Siebener und Gemeinden.
Weitere Beispiele: In Rudolzhofen wurde ein Grenzstein ohne Beleg an der falschen Stelle gesetzt, ebenfalls in Rudolzhofen stellte sich heraus, dass Grenzsteine im Wald an der falschen Stelle und auch noch ohne Protokoll gesetzt wurden. In Schloss Frankenberg ließ dieser ehemalige Bürgermeister und jetzige Landrat Walter Schneider in seiner gesamten 24- jährigen Bürgermeisteramtszeit keine Flurgänge durchführen, sein Nachfolger Kloha handelt ebenso. Dies hindert jedoch beide nicht daran, Siebenerei und Flurgänge für unverzichtbar zu erklären, nach unserer Meinung ist das Scheinheiligkeit pur.
Sehr geehrter Herr Henninger, in Ihrem Zeitungsartikel verwenden Sie den Begriff, „rachsüchtiger Erdenwurm“, hier würden wir dringendst empfehlen, die aktuell tätigen Siebener auf diese Eigenschaft zu überprüfen.
Sie haben ja auch diese Erleichterung und den Jubel der Familie Wangler im Gerichtssaal des VG Ansbach miterlebt. Durch dieses abenteuerliche und gnadenlose Vorgehen des Reinhard Kloha wurde der Familie Wangler massives Unrecht und Leid angetan, zusätzlich entstanden nicht unerheblich Kosten.
Unser Fazit: Die Siebener sind in unserer hochtechnisierten Zeit überflüssig, das Fränkische Freilandmuseum wäre der richtige Ort für Veranstaltungen.
Weitere Informationen entnehmen Sie bitte dem Blog www.siebener.over-blog.de
Freundliche Grüße
Richard Müller, Berolzheim
Friedrich Weiß, Rudolzhofen