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Dieser Blog soll interessierte Landwirte, Siebener und Kommunalpolitiker über die rechtlichen Möglichkeiten und Unmöglichkeiten der Siebener aufklären. Kritik, Wünsche und Anregungen per Email an MuellerR11@aol.com. Tel. 09841/64946 Achtung, ab sofort auch politischer Blog: www.windsa.net

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Windsheimer Zeitung berichtet jetzt auch über Aussetzung der Flurgänge.

Suchen und aufdecken von Grenzsteinen ist kein Mangel!
Auch die Windsheimer Zeitung berichtete am 22.02. endlich über die Stadtratssitzung vom 09.Februar.
Das Landratsamt NEA hat ein Formblatt entwickelt, welches die Siebener bei ihren Flurgängen nunmehr verwenden sollen. Nach den neuen Vorgaben dürfen Arbeiten an Grenzzeichen nur noch vorgenommen werden, wenn neben der Stadt als Angrenzer auch der jeweilige Eigentümer einer etwaigen Mängelbeseitigung schriftlich zustimmt. Stimmt der Angrenzer nicht zu, kann die Stadt keine anteiligen Kosten für den Flurgang berechnen. Einzige Ausnahme: Nur wenn eindeutig zu erkennen ist, dass der Angrenzer den Mangel nachweisbar verursacht hat.

Und jetzt kommt der Hammer: Entgegen bisheriger Handhabung stellt das suchen und aufdecken eines Grenzsteines eben keinen Mangel dar! Durch diesen Satz wird das ganze bisherige System der Flurgänge ausgehebelt!

Die Gemeinde muss in jedem Einzelfall nachweisen, dass der angrenzende Landwirt auch wirklich der Verursacher eines Mangels ist. Damit sind Flurgänge nach dem bisherigen System nicht mehr durchführbar, die Gemeinden werden auf den Kosten sitzen bleiben. Es muss künftig minutengenau abgerechnet werden, einfach aufrunden auf viertel- oder halbe Stunden ist nicht mehr zulässig. Die Siebener werden sich die weitverbreitete Standardaussage abgewöhnen müssen, „ dess hemmer scho immer sou gmacht“. Das Bauamt der Stadt Bad Windsheim kommt zu dem Schluss: Wenn man die Forderungen des Landratsamtes und des Verwaltungsgerichtes berücksichtigt, sind keine praktikablen Flurgänge mehr möglich. Ohnehin werden in Bayern nur noch in wenigen Landkreisen Flurgänge durchgeführt. Die Äcker werden immer größer, moderne Techniken, wie z. B. Luftbildaufnahmen machen es möglich, auf Flurgänge zunehmend verzichten.

Stadtrat und Siebener Wilhelm Dehner sah das komplett anders, er sagte voraus, dass in ein paar Jahren nur noch Chaos in den Fluren herrschen würde. Als Beispiel führte er das Beispiel des Ortsteiles Rüdisbronn an, wo 300 Grenzsteine gefehlt hätten. Dehner sieht in dem drohenden Ende der Flurgänge auch eine Abwertung des Siebenerwesens. Die Siebener würden sich nicht zu billigen Grabarbeitern umfunktionieren lassen.

Anmerkung RM: Die Situation in Rüdisbronn sah noch wesentlich schlimmer aus, als Dehner geschildert hatte. Tatsächlich hatten nämlich über 700 Grenzsteine gefehlt. Mit Hilfe des Vermessungsamtes hatte man dann ca. 400 Grenzsteine wieder gefunden, die restlichen 300 wurden neu vermessen und gesetzt. Man kann nun aus diesen Vorfällen zweierlei ableiten: Entweder man sagt, man braucht die Siebener deswegen dringendst, oder aber man sagt, wenn in einer Gemarkung 700 Grenzsteine trotz durchgeführter Flurgänge fehlen, kanns wohl nicht so sehr weit her sein, mit der Fachkompetenz der Friedensstifter und Grenzexperten, man könnte dann auch gleich ganz verzichten. Meine ganz persönliche Prognose: Wir werden es noch erleben, dass wir ganz ohne Grenzsteine zurecht kommen. Wär hätte sich vor 30 Jahren vorstellen können, dass es irgendwann mal ein Navigationsgerät gibt, das den Benutzer vor fast jede Haustüre in ganz Europa führen kann?

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